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Frühstück, die wichtigste Mahlzeit des Tages – oder?

Ein neuer Tag bricht an. Der Wecker klingelt. Mit voller Elan und Tatendrang springt man regelrecht aus dem Bett. Bevor es ins Badezimmer geht, wird vorher noch die Bettdecke ordentlich gefaltet und das Kissen ausgeklopft. Nach dem man sich frisch gemacht hat, setzt man sich an den üppig gedeckten Tisch und verzehrt das nahrhafte Frühstück. Gekochte Eier, gebratener Speck, etwas Müsli, zwei Scheiben Brot, dazu Aufstrich, Saft und Milch warten nur darauf gegessen zu werden. Nun kann der harte Arbeitsalltag beginnen. Wer kennt es nicht?

Also – ich ehrlich gesagt nicht. Ich muss gestehen, ich bin ein absoluter Morgenmuffel. Zumindest habe ich es mir angewohnt mein Bett direkt zu machen. Bei mir muss es Morgens einfach schnell gehen. Für ein reichhaltiges Frühstücksbuffet fehlt mir schlichtweg die Zeit. Somit bleibt es meist bei einem Butterbrot, das ich in Rekordzeit verdrücke. So geht es allerdings nicht nur mir. Viele berufstätige Menschen sind morgens im Stress und essen oft auch gar nicht. Dabei ist Frühstück doch so wichtig. Oder?

„Kind, du musst was essen!“ – Jede Oma, immer

Über Jahrzehnte lang wurde uns eingetrichtert, dass Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages sei. Egal ob von unseren Eltern, Großeltern oder von Ernährungswissenschaftlern. Alle waren der selben Meinung. Kein Wunder. Denn dem Frühstück wurden viele gute Effekte gutgeschrieben: So soll das Frühstück beispielsweise den Stoffwechsel in Schwung bringen und somit helfen die Kalorien besser zu verbrennen. Heute wissen wir, dass das bereits mit einem Glas Wasser auch schon getan ist.

Auch in den amerikanischen Richtlinien für gesunde Ernährung („Dietary Guidelines for Americans“) war bis 2015 zu lesen, dass das Frühstück auf jeden Fall zu sich genommen werden sollte. Neben den vielen positiven Effekten für die allgemeine Gesundheit, sollte es vor allem Übergewicht verhindern. Denn man war sich sicher – wer Morgens nichts isst, tendiert häufig dazu, im Anschluss mehr zu essen. Daher ist das Frühstück bei den meisten Diätprogrammen auch ein fester Bestandteil.

Morgens wie ein Kaiser, Mittags wie ein König, Abends wie ein Bettler

Dem Mythos der wichtigsten Mahlzeit des Tages, sind Wissenschaftler nun auf den Grund gegangen. Einige der Erkenntnisse und Ansichten vergangener Generationen wurden nun wiederlegt. Bislang wurden zu diesem Thema nur Beobachtungsstudien durchgeführt. Die Resultate waren unterdessen nur sehr schwammig. Man konnte nicht wirklich feststellen, ob das Frühstück tatsächlich die Ursache für die positiven Effekte sei oder es einfach am Lebensstil der jeweiligen Person lag.

Auch die Studie, dass Kinder, die zu Hause frühstücken, sich in der Schule besser konzentrieren können und somit besser abschneiden, ist nicht sonderlich konkret. Ein anderer Grund für dieses Phänomen könnte sein, dass in sozial besser gestellten Familien das Frühstück zum gewohnten Tagesablauf gehört. Die höhere Lernleistung kann somit auch völlig andere Ursachen haben.

Auf die richtige Verteilung der Mahlzeiten kommts an

Aber in einem sind sich die Wissenschaftler einig. Wer am Morgen frühstückt, ist deutlich aktiver und bewegt sich mehr! Je nach dem welchen Beruf man also ausübt oder noch zur Schule geht, muss man kein schlechtes Gewissen haben, wenn man die erste Mahlzeit des Tages auslässt. Aber Vorsicht! Wer das Frühstück auslässt und dann auf dem Weg zur Arbeit sich bei der Backerei ein Teilchen kauft oder auf der Arbeit etwas aus der Snack-Box nimmt, tut sich damit keinen gefallen.

Völlig anders hingegen sieht es aus, wenn ihr Leistungssport betreibt. Ernährungsexperte Dr. Med. Peter Konopka rät in seinem Buch „Sporternährung – Grundlagen | Ernährungsstrategien | Leistungsförderung“, dass 30% der gesamten Nahrungsenergie des Tages zum Frühstück zugenommen werden sollte. Das Frühstück sollte demnach Kohlenhydratreich sein. Aber auch das Eiweiß darf nicht fehlen, wobei man da auf magere Eiweißspender zurückgreifen sollte.

Mein Fazit zum Frühstück

Ich für meinen Teil beherzige den Rat von Konopka und werde auch weiterhin mein tägliches Butterbrot zu mir nehmen, da ich somit fast ein Drittel meines Kalorienhaushalts gefüllt habe. Ich muss dazu aber auch sagen, dass ich streng auf meine Kalorienzufuhr achte, um ein ordentliches Kaloriendefizit zu erreichen, aber auch nicht zu wenig esse, um nicht zu schnell abzunehmen. Ob ich deswegen jetzt tatsächlich am Vormittag aktiver bin, kann ich jetzt nicht behaupten. Das kann aber auch einfach am Schlafmangel oder dem Muskelkater vom Training des Vortages liegen.

Also ihr seht. Ihr müsst für euch selbst entscheiden, ob ihr eure Gewohnheit am Morgen zu frühstücken beibehaltet oder es sein lasst. Eins kann ich euch aus meiner Erfahrung raus auf jeden Fall sagen. Wenn ihr euer Essen auf den Tag gut verteilt, habt zwischen den Mahlzeiten deutlich weniger bis gar keinen Verlangen nach einem kleinen Snack. Somit bleiben in den meisten Fällen auch die Heißhungerattacken aus und euer Gewissen bleibt über den Tag komplett rein.

Wie ist es bei dir? Frühstückst du Morgens oder geht es mit nüchternem Magen auf die Arbeit bzw. zur Schule? Schreib es mir in die Kommentare.

Eugen

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2 Kommentare

  1. Guter Bericht. Ein interessanter Ansatz ist auch das Thema „Intermittent Fasting“. Bei dieser Art des Fastens startet man mit der Nahrungsaufnahme erst um 11 Uhr morgens und beendet diese um 19 Uhr.
    Während des Fastens hat der Körper einen niedrigen Blutzuckerspiegel. Dies bedeutet wiederum einen hohen Ausstoß an Wachstumshormonen. Intermittierendes Fasten lässt den Cortisolspiegel langsam steigen. Dieser setzt vermehrt Fettzellen zur Energiegewinnung frei.

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